Reisen mit „Hand und Fuß“ – Daniel Tofelde hat die Welt bereist und belebt weltoffen den Quellenhof

Seine ruhige und freundliche Art überträgt sich auf Gäste und Mitarbeiter: Wer Daniel Tofelde im Möllner Quellenhof begegnet, findet immer eine Idee, eine Lösung oder eine Empfehlung. Lest selbst!

Seine ruhige und freundliche Art überträgt sich auf Gäste und Mitarbeiter: Wer Daniel Tofelde im Möllner Quellenhof begegnet, findet immer eine Idee, eine Lösung oder eine Empfehlung. Ausgeglichen und diskret kümmert er sich um alle Angelegenheiten rund um den Hotelbetrieb, das Restaurant, die Kegelbahn, die Veranstaltungen im großen Saal und im Wintergarten. Hektisch scheint es bei ihm niemals zuzugehen, als Gast fühlt man sich sofort „gut aufgehoben“; das strahlt seine Persönlichkeit aus. Dabei ist Daniel Tofelde gerade einmal 31 Jahre alt. Aber die Erfahrungen, die er auf seinen zahlreichen Reisen gesammelt hat, haben ihn geprägt und so trifft man auf einen jungen Menschen, der Kompetenz und Toleranz in sich trägt und weiß, wie man es schafft, dass Menschen sich wohlfühlen.

Daniel Tofeld eim Möllner Zimmer mit Blick auf die Altstadt
Blick auf die Altstadt ©Thomas Biller

 

Auf dem Wasserturm war ich bestimmt 1000 Mal

Bei dem Wort „Weltenbummler“ schmunzelt Daniel Tofelde ein wenig; es scheint nicht das zu treffen, was er über seine bisherigen Reiseerfahrungen selbst denkt. Aber der junge Mann berichtet gern über seine Eindrücke von anderen Kulturen und wie sie sein Weltbild bereichert haben. Man muss ihn aber danach fragen, denn er hat es verinnerlicht, zurückhaltend zu bleiben und sein Gegenüber in den Mittelpunkt des Interesses zu stellen.

Vier Jahre war Daniel alt, als die Familie den Quellenhof im Jahre 1992 übernahm und neu eröffnete. In Büchen hatten sie ihr Restaurant verkauft, um diesen großen Schritt zu wagen. „Ich fand Mölln gleich sehr aufregend. Es gab ein richtiges Kaufhaus, ich hatte viele Freunde und der Wasserturm in unmittelbarer Nachbarschaft zum Quellenhof war ein Abenteuer. Ich war bestimmt 1000 Mal da oben“, erinnert sich Daniel Tofelde.

Dem heranwachsenden Daniel war immer klar, was er wollte. Hotelfachmann wollte er werden, das war immer sein ureigenster Wunsch. Aber das gern außerhalb der „eigenen vier Wände“. In einem Fünf-Sterne-Haus in Reinbek mit 50 Zimmern hat er gelernt. Jeden Tag gependelt, von Büchen zum Ausbildungsbetrieb nach Reinbek oder zur Berufsschule nach Lübeck. Das Arbeiten mit dem Computer, die Zeiten an der Rezeption gehörten schnell zu den Interessensschwerpunkten.

 

Ich bin ein sehr ungeduldiger Mensch

Nach der erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung sollte es eine Veränderung geben. „Ich wollte mich selbst zwingen, auszuziehen“, schmunzelt der junge Mann, „und bin direkt nach Österreich gegangen“. Nach einem halben Jahr in den Bergen lockte ihn das Gegenteil: „Ich bin dann auf eine Insel, nach Spiekeroog, gegangen“. Hier merkte er schnell, dass der durch die Fähren bedingte Rhythmus – stoßweise viele Gäste und dazwischen viel Leerlauf – nichts für ihn ist. Nach drei Tagen verließ der damals 21-jährige die Insel wieder.

 

In erster Linie ist Mölln für mich Heimat

Für eineinhalb Jahre ging es nach Lübeck, in eine Servicetätigkeit. Weitere Perspektiven wurden ausgelotet und Daniel Tofelde machte in Lübeck an der Hotelfachschule seinen Abschluss als Betriebswirt. Zwei Jahre wieder die Schulbank drücken und nebenbei arbeiten. Staatlich geprüfter Betriebswirt, staatlich geprüfter Gastronom, IHK-Hotelmeister, Ausbildereignungsprüfung, Basis-Barista, Hotel- und Systemmanagement, Fachabitur; Daniel Tofelde muss selbst überlegen, welche Zeugnisse und Zertifikate er damals in Lübeck alle erworben hat. Nebenbei bemerkt: als Zweitbester seines Jahrgangs, der sich zeitweise vom Unterricht freistellen ließ, um auch arbeiten zu können.

Von der Schule ging es als stellvertretender Verkaufsleiter direkt in ein Hotel nach Hamburg. Vier Monate später zog es ihn dann aber nach Mölln in den Familienbetrieb Quellenhof als Direktionsassistent. „Ich kannte hier alle und fühlte mich ein Stück weit zuhause. In erster Linie ist Mölln für mich Heimat.“

Die erste dauerhafte eigene Wohnung wurde bezogen und vier Jahre dauerte dieser Lebensabschnitt an. Aber dann: „Ich hatte immer schon die Idee, einmal längerfristig zu reisen, habe gekündigt und fast alle meine Sachen verkauft oder eingelagert.“ Die Weltreise begann im September 2016.

 

 Ich wollte mal ganz raus und entdecken, ob das, was ich mache, das ist, was ich den Rest meines Lebens machen möchte

Man muss ja nicht alleine reisen, auch wenn eines der Ziele dabei ist, sich selbst besser kennenzulernen. Zur Vorbereitung hat sich Daniel Tofelde in die Besonderheiten und poltisch-gesellschaftlichen Situationen in den Ländern eingelesen. Über einen Blog stellte er seine Vorstellungen über die Reise online und lernte verschiedenste Menschen kennen. Mit einer Frau ging es gemeinsam los: Istanbul, Dubai, Indonesien als erste Stationen. Flugzeug, Bahn, Bus und Auto waren die Verkehrsmittel. Wege trennten sich und es gab auch immer wieder Begegnungen mit Einzelreisenden oder kleinen Gruppen, die sich zusammenfanden, um Neues zu entdecken.

Die Vielfalt der Kulturen, das Erleben verschiedener Religionen, das Alltägliche in kleinen Dörfern, fernab von touristischen Zielen, bestimmten den Reiseweg. Weiter ging es für eineinhalb Monate nach Australien und im Anschluss nach Neuseeland. Hier fand sich eine kleine Gruppe von Deutschen und Österreichern zusammen, die zwei Monate gemeinsam das Land bereisten. Die „Neuseeland-Familie“ nennt der Weltreisende die Gruppe, denn sie kamen aus verschiedenen Generationen, hatten kaum Ähnlichkeit miteinander, wirkten aber auf Dritte so vertraut, als sei es eine Familie. Mit Einigen aus der kleinen, sich spontan zusammengefundenen Reisegruppe besteht heute noch Kontakt.

 

Man lernt so viele freundliche Menschen kennen

Viele Erinnerungen sind bei Daniel Tofelde sehr lebendig. So hat er in Christchurch bei einer Bekannten übernachtet, die er bei der Ausbildung zum Betriebswirt kennengelernt hatte. Sie lebte inzwischen mit Ehemann und Kindern in Neuseeland.

„Die Reise hat viele Blickwinkel verändert; ich begegne den Menschen kulturell und religiös heute noch offener. Man lernt so viele freundliche Menschen kennen.“ Daniel Tofelde meint, er hätte durch seine Reisen das freundliche Zugehen auf Menschen noch mehr verinnerlicht, als er es durch seinen Beruf schon kannte. „Alles, was uns privat verändert und zugutekommt, verändert auch den Beruf.“

Nach Neuseeland folgten Reisen durch Thailand, Vietnam, Taiwan, Japan, Südkorea, Malaysia, Singapur, Ägypten, Südafrika. Ab und an gab es Wiedersehen mit Menschen, die Daniel Tofelde schon in anderen Ländern, auf anderen Kontinenten getroffen hatte. Mit einer Frau, die er in Neuseeland kennengelernt hatte, ging es nach Brasilien und von dort quer durch ganz Südamerika. Wieder solo ging es nach Mexiko, von dort nach Vancouver und mit dem Auto durch die Nationalparks zur Westküste; San Francisco, Los Angeles, San Diego, Las Vegas. Mit dem Flieger nach Washington und New York. Dann erfolgte die Rückreise nach Mölln, kurz vor Weihnachten 2017.

 

Ich bin für jede Erfahrung dankbar

15 Monate unterwegs, 15 Monate, die äußere und innere Horizonte erweitern. Was die Reise mit ihm machen würde, wusste er nicht. Alles war „One Way“, sagt er. Daheim hatte die Mitarbeiterin, die ihn im Quellenhof ersetzt hatte, sich gerade beruflich neu orientiert und es passte einfach, dass er auf seinen früheren Arbeitsplatz zurückkehren konnte.

„Ich sehe viele Dinge heute anders, was zum Beispiel Nachhaltigkeit angeht, habe andere Meinungen und reagiere auch anders. Ich bin noch toleranter geworden und so eine Reise sensibilisiert auch mehr für viele Situationen. Diese Erfahrungen eröffnen auch ein Bewusstsein, warum Menschen manchmal etwas tun, was für andere Menschen schlecht ist, aber sie tun es, um einfach zu überleben und für ihre Familien zu sorgen.“

Nach der Reise gibt es Orte, die ihm weniger gefallen haben, als andere, Aber: „Ich bin für jede Erfahrung dankbar“. An Orte zurückzukehren findet er schwierig. Man hätte mit allen Orten bei der ersten Begegnung immer eine emotionale Verbindung und meistens würde es nie wieder so sein, wie beim ersten Besuch. „Jedes Land und jede Region auf dieser Welt haben ihren ganz eigenen Charme. Den lernt man am besten abseits der touristischen Ziele kennen, wenn man mit den Menschen in abgelegenen Regionen spricht.“

Gut zwei Jahre liegt die Weltreise zurück, aber natürlich findet Daniel Tofelde auch heute noch Urlaubsziele, auf die er neugierig ist. „Ich war in meinem letzten Urlaub in Aserbaidschan, Georgien und Armenien“, berichtet er.

Gastronom Daniel Tofelde
Gastronom und Hotelier Daniel Tofelde ©Thomas Biller

 

Morgens nicht wissen, was passiert

Renovierungsarbeiten
Renovierungsarbeiten im Eigenheim ©Thomas Biller

Zwischen dem reisenden Daniel Tofelde und seiner Freude am Arbeitsplatz gibt es eine große Gemeinsamkeit: „Morgens aufstehen und nicht wissen, was passiert“.

Vor wenigen Monaten hat er sich einen Traum erfüllt und ein Haus in Mölln bezogen. Ein altes Haus, in dem noch viel zu tun ist. „Eigentlich baue ich hier alles um.“ Die meisten Renovierungen und Umbauten macht Daniel Tofelde selbst, hat sich vieles selbst beigebracht. Da hat sich derzeit die Frage nach einem Hobby bereits beantwortet, aber irgendwann möchte sich der Weitgereiste auch mit seiner Gitarre mehr beschäftigen. Zwischen dem Quellenhof und den Arbeiten im Haus schätzt Daniel Tofelde das Kochen: Für sich und für Freunde bereitet er Gerichte zu, die er auf seinen Reisen kennengelernt hat.

In den ersten Wochen des Jahres 2020 endet für Daniel Tofelde die Zeit als Direktionsassistent im Quellenhof: er wird neuer Chef des Hauses. Und neue Urlaubsziele gibt es auch: „Israel, Jordanien, vielleicht noch in den Libanon, mal sehen. Je nachdem, wieviel Zeit und Geld ich dann habe“.